Gavriel Lipkind

CD REVIEWS

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Kleine Zeitung
 
Apr. 24, 2007
 
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Wahrhaft edel: Johann Sebastian Bach, Sechs Suiten für Violoncello solo, BWV 1007 bis 1012
 
Eine in mehrfacher Hinsicht höchst außergewöhnliche Einspielung der sechs Suiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach hat edel Classics veröffentlicht.
Ins Auge fällt zunächst die ungewöhnliche Verpackung: In einem normalen Kartonschuber steckt eine dreifach verschachtelte Mappe aus einem lederähnlichen Material, das seinen Inhalt auch in Blindenschrift ausweist. Sie enthält in pergamentartigen Hüllen drei SACDs und zwei Booklets. Eines entpuppt sich als mehrfach gefalteter Poster mit einem Konterfei des Solisten und einer Graphik, die Bachs Stücke mit der Heiligen Dreifaltigkeit in Verbindung bringt. Das andere bringt die sehr persönlichen, bisweilen schon ans Esoterische grenzenden Kommentare und Erläuterungen des Interpreten.
Außergewöhnlich ist auch die Tontechnik: Die - höchstwahrscheinlich - erste Aufnahme auf SACD lässt in der Multikanalwiedergabe den Kirchenraum hörbar werden, in dem die Einspielung entstand.
Nicht zuletzt bietet der 30-jährige israelische Cellist Gavriel Lipkind eine keineswegs alltägliche Interpretation. Auf seinem 1702 in Bologna gebauten Garani-Cello musiziert er mit erlesener Tonschönheit, glühender Intensität und radikaler Subjektivität. Das Ergebnis fasziniert oder irritiert nachhaltig. Kalt lässt diese zweifellos polarisierende Einspielung sicherlich keinen Hörer.
 

Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung (Österreich)